Jänner 2007 - Technischer Einsatz am Stausee Rechnitz

Der Rechnitzer Stausee ist ein künstlich angelegter See, welcher 1961 errichtet wurde. Damals wurde ein Plattenschieber in einem Schacht montiert, jedoch leider an der falschen Seite. Somit steht im Schacht das Wasser da die offene Leitung in den See reicht. Eben dieser Schieber ist jetzt schon über 45 Jahre alt und muss daher einmal getauscht werde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aber um genau das zu tun wäre es notwendig gewesen den See komplett auszulassen - was ca. 10 Tage gedauert hätte -

jedoch hätten zuvor Fischer das komplette Gewässer abfischen und, nach  dessen Wiederbefüllung, den Fischbestand wieder ersetzen müssen

…und das wäre verdammt viel Arbeit!

 

Da wir jedoch mit Fischen und anderen Bewohnern der Unterwasserwelt ein äußerst herzliches Verhältnis haben, und unserer Feuerwehrtaucher-Mitglied Gerhard Cserer als Leiter des Bauhofes in Rechnitz unsere Möglichkeiten kennt, hat der Tauchdienst Burgenland die Sache in die Hand genommen um hier der Gemeinde zu einer einfacheren Lösung des Problems zu verhelfen.

 

1. Erkundung der Lage am 04.12.2006

 

Anwesende: Fuchs Th., Cserer G.

 

Vorgabe war das Abdichten des Einlaufes, um den Schacht trockenlegen zu können. Danach werden 2 neue Schieber installiert.

Für die Erkundung der Lage waren 3 Tauchgänge mit einer Gesamttauchzeit von 35min notwendig.

 

Skizze der Eisatzstelle

 

 

Folgende Punkte wurden festgelegt:

  1. Der Schlamm der sich über die Jahre gebildet hatte verdeckt das Rohr bis auf 80cm.

Absaugen der losen Schicht mit der Schlammpumpe. Verdichtete Schichten mit Kübeln abgraben bis der Einlauf auf 1m Länge frei ist.

  1. Das erstes Gitter das mit Scharnieren versehen ist hochklappen.
  2. Abdichten des Rohres

 

Besichtigung des Auslaufschachtes

 

2. Einsatz am 08.12.2006

 

Anwesende: Fuchs Th., Böcker T., Cserer G., Erdt N.; Fleischhacker R., Herics Ph., Lenzinger F.; Puhm J., Riedl Th., Ringbauer M.

 

Durchgeführt wurden 8 Tauchgänge mit einer Gesamttauchzeit von 2h 50min.

Der Schlamm wurde mittels Schlammpumpe, die über der Tauchstelle im Boot betrieben wurde abgesaugt.

Anschließend wurde das festgesetzte Sediment mit Kübeln entfernt.

Das erste Gitter konnte mittels Hebeballon hochgeklappt werden.

 

 

 

 

Anschlagen des Hebeballons

 

3. Einsatz am 09.12.2006

 

Anwesende: Fuchs Th., Cserer G., Riedler M.; Puhm J.

 

Durchgeführt wurden 2 Tauchgänge mit einer Gesamttauchzeit von 50min.

Der Versuch das zweite Gitter mittels hydraulischer Schere zu entfernen scheiterte.

 

Befestigung des 1. Gitters

 

2. Gitter mit schlammgefülltem Auslaufrohr

 

4. Einsatz am 16.12.2006

 

Anwesende: Fuchs Th., Bochdalofsky Th., Cserer G., Fleischacker R.; Puhm J.

 

Durchgeführt wurden 3 Tauchgänge mit einer Gesamttauchzeit von 1h 06min.

Das erste Gitter wurde mit der hydraulischen Schere abgetrennt und mittels Hebeballon geborgen.

Danach wurde eine vorgefertigte Platte (Holz- und Stahlverbund) mit Teichfolie vor den Einlauf platziert.

Anschließend wurden Sandsäcke zur Abdichtung und Stabilisierung davor geschlichtet.

Der Schacht wurde ausgepumpt, wobei die Menge des nachfließenden Wassers so gering war, dass der Schieber geöffnet werden konnte.

 

Nach schwerer Arbeit endlich geschafft

 

Platte und Sandsäcke wurden vom Boot aus abgelassen

 

Endlich kann der Schieber von Bürgermeister Josef Saly und unserm ortsansässigen Feuerwehrtaucher Gerhard Cserer  geöffnet werden

 

5. Einsatz am 30.12.2006

 

Anwesende: Fuchs Th., Cserer G., Rauhofer M.

 

Durchgeführt wurde 1 Tauchgang mit einer Tauchzeit von 25min.

Um mit den Betonierarbeiten beginnen zu können musste noch eine Optimierung der Abdichtung vorgenommen werden.

Dies gelang auf Anhieb, sodass nur mehr wenig Wasser durchsickerte.

Die Bedingungen waren „eisig“, wie in den untenstehenden Bildern zu erkennen ist.

 

Einstiegstelle vorbereiten

 

Vorrobben zum Einstiegsloch

 

Die neu einbetonierten Rohre im Schacht

 

Die neuen Schieber für den Stausee

 

Im Abschluss kann man von einem sehr gelungenen Unternehmen sprechen, bei dem die Feuerwehrtaucher großes Lob von der Gemeinde Rechnitz ausgesprochen bekamen.

Bericht Gemeinde Rechnitz

Bericht Kurier

 
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