Oktober 2005 - Tauchlager
Vom 24.10. bis 29.10. fand das diesjährige Tauchlager des Tauchdienstes Burgenland statt. Ort des Geschehens war wieder das Ausbildungsgelände des Oberösterreichischen Landesfeuerwehrverbandes in Weyregg am Attersee.
Ziel des heurigen Tauchlagers war die Tauch-I Ausbildung von zwei neuen Mitgliedern unserer Einheit sowie das Üben verschiedenster Tauch- und Bergetechniken.

Ausbildungsgelände in Weyregg
Ziel des heurigen Tauchlagers war die Tauch-I Ausbildung von zwei neuen Mitgliedern unserer Einheit sowie das Üben verschiedenster Tauch- und Bergetechniken.
TAUCH I
Franz Weninger und Michael Riedl traten zur Grundausbildung des Feuerwehr-Gerätetauchens an.
Zur Erlangung des Tauch-I sind folgende Anforderungen erfolgreich zu bestehen:
- 1000m Schnorcheln
- 5m tief Freitauchen
- 30m Streckentauchen
- 60sec. Zeittauchen
- ABC-Ausrüstung in 5m ablegen und wieder anlegen
- Maske fluten und Wechselatmung in 5m
- 5-mal 15 m Schnorcheln und die gleiche Strecke zurücktauchen
- Komplette Ausrüstung in 5 m Tiefe ab- und anlegen
- 15 m Gerätetauchgang mit Übungen
- Gerätetauchgang zwischen 15 m und 20 m mit der Bergung eines verunglückten Tauchers an die Oberfläche und 100 m abschleppen
- (besonderes Augenmerk wird auf die Tarierung des Tauchers gelegt)
Im Zuge dieser Ausbildungsübungen wurden zwei Tauchgänge auch bei Nacht durchgeführt um neben dem Kälteeinfluss auch eine eingeschränkte Sichtweite zu simulieren.

Tauch-I Anwärter F.Weninger und M.Riedler
Neben den praktischen Übungen war die theoretische Ausbildung ein weiterer Teil des Kurses.
Tauchspezifische Teile aus dem Bereich der Physik, Medizin und diverse technische Berechnungs- und Anwendungsarten wurden detailliert näher gebracht und zum Abschluss musste jeder Teilnehmer das gewonnene Wissen in ein einer Prüfung nachweisen.

F.Weninger und M.Riedler bei der Prüfung
Beide Teilnehmer des Tauch-I konnten die Ausbildung mit Erfolg abschließen!
Fahrzeugbergung
Eine der von allen teilnehmenden Mitgliedern durchgeführte gemeinsame Übung war die kontrollierte Bergung eines Autowracks aus 20m Tiefe.

Vorbesprechung der Übung
Dazu diente ein ausrangierter PKW, welcher als Teil des Ausbildungsgeländes ständig vor Ort versenkt ist. (Sämtliche Umweltschädigende Teile und Flüssigkeiten sind natürlich NICHT mehr vorhanden)
Nach der Ortung und der Markierung des Wracks mit einer Boje durch den Suchtrupp, montierte der Rettungstrupp, nach Vorberechnung des geschätzten Eigengewichts des Autos, mehrere Hebesäcke, die nach oben hin in mehreren Stufen angebracht wurden um ein unkontrolliertes durchschießen des zu hebenden Objektes zu verhindern.

Einstieg zur Übung
Starke Strömungen, welche an diesem Tag durch die herrschenden schlechte Witterungsbedingungen hervorgerufen wurden, ließen das Wrack immer wieder abtreiben, wodurch diese Übung weit schwieriger wurde als ursprünglich im Vorfeld angenommen.

Leinensicherung des Bergeobjekts
Motorboot
Nach Jahren ohne funktionierendem Motor konnte für unser Boot endlich wieder ein optimaler Außenbordmotor beschafft werden.
Das 25PS starke Aggregat stellt in Verbindung mit unserem 4m Zodiac eine optimale Kombination dar, um durch das geringe Gewicht bei gleichzeitig großer Transportkapazität schnell und effektiv für Einsätze eingesetzt werden zu können.
Am heurigen Tauchlager konnten daher auch wieder Bootstauchgänge, sowie diverse Überwachungs- und Sicherheitsfahrten während der einzelnen Übungen durchgeführt werden


Helmtauchen
Feuerwehrtaucher Reinhold Schmidt stellte uns heuer wieder ein Helmtauchgerät der Marke Kirby-Morgan zu Verfügung.
Dieses Gerät, welches normalerweise für Arbeitstauchgänge des Entminungsdienstes des Innenministeriums verwendet wird, verhilft durch die Oberflächenversorgung zu einer Verlängerung der möglichen Tauchzeit.
Weiters kann durch die direkte Kommunikationsverbindung eine ständige Kontrolle und Überwachung der einzelnen Arbeitsschritte durchgeführt werden.
Der Grund dieser Einweisung liegt in der neuen Dienstanweisung des Innenministeriums, in der Helfer der Einsatztauchgruppe, die unter anderem auch durch Feuerwehrtaucher gestellt werden können, auf die Gerätschaften des Ministeriums eingeschult werden müssen.
Das Tauchsystem besteht aus dem Helm, der Taucherkontrolleinheit und der Nabelschnur, in der die Luftversorgung, die Stromversorgung für z.B. Lampen oder Videosysteme, eine Kommunikationsverbindung sowie die pneumatische Tiefenmessung integriert ist.

Einweisung auf das Helmsystem
Der Helm schließt mit dem Hals ab und durch das geringe Innenvolumen ist ein "Tauchersturz" daher nicht möglich.
Zusätzlich hat der Taucher eine eigene 12l Reserveflasche für Notfälle zur Verfügung.
Gesichert wird der Taucher über einen Sicherungsgurt, der über die Nabelschnur mit der Oberflächenüberwachung verbunden ist.
Die praktischen Übungen erfolgen in der Regel gehend, das heißt ohne Flossen den Grund entlang wandernd.

Vorbereitungen zum Helmtauchgang

Fertig ausgerüstet auf dem Weg ins Wasser

Auftauchen
Während der gesamten Übung war immer ein Sicherungstaucher begleitend im Wasser.
Druckkammer
Das Land Steiermark stellte am Samstag das Druckkammerfahrzeug zu einer Einschulung und Vorführung zur Verfügung.
Stationiert in der Feuerwehr- und Zivilschutzschule Steiermark in Lebring, von wo sie bei Anforderung mit drei Mann Besatzung im ganzen Bundesgebiet eingesetzt werden kann, ist die Druckkammer transportabel ausgeführt, und kann bei Bedarf auch mittels Hubschrauber transportiert werden.

Einweisung auf das Fahrzeug
Die Kammer bietet platz für zwei Personen, wobei eine in Regel ein Betreuer oder Arzt ist der in sitzender Position den liegenden Patienten behandeln kann.
Weiters ist eine Medikamentenschleuse integriert um jederzeit Hilfsmittel in Kammer zu bekommen ohne den Innendruck zu verändern.
Im Zuge der Vorführung wurden auch zwei simulierte Fahrten bis auf einen 10m Tiefe entsprechenden Druck unternommen, um die relativ engen Platzverhältnisse im inneren der Druckkammer auch persönlich erleben zu können.

Die Kammer vor dem Schließen

Arzt und Patient

Überwachung am Steuerstand der Druckkammer
Statistik
Am Tauchlager 2005 wurden insgesamt 67 Tauchgänge durchgeführt. Dabei wurden mehr als 26 Stunden unter Wasser verbracht, davon mehr als 3 Stunden als Nachttauchgang.
14 Einweisungsfahrten wurden mit dem Boot gemacht sowie 20 theoretische Lehrstunden abgehalten.
Teilnehmer
Heuer nahmen 14 Mitglieder des Tauchdienstes am Lager teil.
Diese setzen sich aus Feuerwehrmänner aus fast allen Landesteilen des Burgenlandes teil.
Bez. Neusiedl: Bez. Eisenstadt: Bez.Mattersburg: Bez.Oberpullendorf Bez.Oberwart:
Tom Bochdalofsky Reinhold Schmidt Franz Lenzinger Thomas Fuchs Gerhard Cserer
(FF Poderdorf/See) (FF Purbach/BMI) Jürgen Schöny (FF Kalkgruben) Michael Riedler
Franz Weninger Andreas Huber (FF Rechnitz)
(FF Donnerskirchen) (SF Mattersburg)
Nikolaus Erdt Markus Rauhofer
(FF Siegendorf) Christoph Haring
Anderas Szemeliker (FF Schattendorf)
(FF Wulkaprodersdorf) Simon Heidenreich
(FF Rohrbach)

Stehend v.l.n.r.: A.Szemeliker, A.Hofer, M.Riedler, C.Haring, N.Erdt, F.Weninger, M.Rauhofer, G.Cserer, T.Bochdalofsky
Sitzend v.l.n.r.: F.Lenzinger, R.Schmidt, T.Fuchs, J.Schöny, S.Heidenreich


