Okt. 2010 - Tauchlager

Vom 25. - 30. Oktober 2010 fand das diesjährige Tauchlager des Tauchdienstes des Landesfeuerwehrkommandos Burgenland statt. Schwerpunkt heuer waren die durchgeführten Ausbildungskurse "Tauch-I" und "Tauch-III"

Tauchlager 2010

Montag, 25.10.2008
ddd

Um 08:00 Uhr erfolgte die Abreise vom Feuerwehrhaus der Stadtfeuerwehr Mattersburg. Der Feuerwehrkonvoi, bestehend aus dem Tauchfahrzeug mit Einsatzboot, einem KAT-LKW und einem MTF, erreichte nach etwa vier Stunden Fahrzeit das Ausbildungsgelände des Oberösterreichischen Landesfeuerwehr-verbandes in Weyregg am Attersee.
Weitere Mitglieder des Tauchdienstes folgten im Laufe der Woche durch private Anreise.


Weyregg am Attersee im Oktober 2010

Nach Einrichtung der zusätzlich benötigten Infrastruktur und die Einweisung in die Lagerordnung konnte das Einsatzboot ins Wasser geslippt und die Zimmer bezogen werden.

Als erste Praxisübung wurde ein Gewöhnungstauchgang bis 20m Tiefe, mit mehrmaligem Wechsel der Lungenautomaten, geplant und durchgeführt.

Im Anschluss wurde durch T. Riedl im Theorieunterricht die Aufgabe und Handhabung der Rettungskette sowie die Funktion des O2-Koffers erklärt. Zusätzlich wurde eine Wiederholung in Erster-Hilfe durchgeführt, bei der auf die aktuellen Erkenntnisse der Notfallmedizin  zurück gegriffen wurde.


Die drei "Tauch-I" Anwärter

Dienstag, 26.10.10

Morgensport um 07:00 Uhr (20min. Lauf)!

Nach dem Frühstück stand eine Wiederholung aus dem ABC-Kurs am Programm: Die Tauch-I Anwärter mussten in drei Stationen folgende Übungen korrekt abschließen:

  • 1000m Schnorcheln
  • 10m tief Freitauchen
  • 30m weit Freitauchen

Der Theorieunterricht bis zur Mittagspause beinhaltete die Gerätekunde bzw. Funktionsweise und Handhabung der vom Tauchdienst eingesetzten Ausrüstung.
R. Schmidt und N. Erdt erörterten mit Hilfe von Schnittmodellen, Präsentationen und Teilen unserer aktiv eingesetzten Geräte den Aufbau und die Wirkungsweise von Druckregler, Lungenautomat und Co.


Geräteschulung

Die nicht direkt am Unterricht beteiligten Mitglieder betätigten sich in dieser Zeit sportlich und unternahmen einen 8km Lauf.

Im Praxisteil am Nachmittag wurde ein Freiaufstieg von 20m auf 10m Tiefe durchgeführt, dort die Maske geflutet, und anschließend mit Wechselatmung mit dem Tauchpartner auf 5m Tiefe weiter aufgestiegen.

In der Theorieschulung wurden durch Tauchgerätewart F. Lenzinger die Funktionsweise und Handhabung in den vom Tauchdienst verwendeten Kompressoren  erklärt, welche nach der derzeit gültigen Druckgeräteüberwachungs-verordnung verpflichtend nachgewiesen werden muss.

Nach Einbruch der Dunkelheit wurde ein erster Nachttauchgang unternommen, um den Tauch-I Anwärtern eine erste Gewöhnung an das Tauchen mit Unterwasserlampe zu ermöglich.


Einstieg zum Nachttauchgang


Vorbesprechung über den Nachttauchgang


Nachttaucher mit Unterwasserlampen

Mittwoch, 27.10.10

Morgensport um 07:00 Uhr (25min. Lauf)!

Der Praxisteil beinhaltete den zweiten Teil der ABC-Wiederholung:

  • 90 Sekunden Zeittauchen
  • Ablegen der ABC-Ausrüstung auf 5m Tiefe, anschließend auftauchen und erneutes antauchen und anlegen der Ausrüstung.

Im Theorieteil wurde durch J. Schöny der erste Abschnitt der Tauchphysik durchgenommen. Dabei wurden die verschiedenen, für den Tauchdienst notwendigen Gasgesetze erklärt und mit Hilfe von Experimenten anschaulich dargestellt.


Tauchphysik Teil 1

Beim zweiten Praxistauchgang wurden die Atemgeräte von den zugeteilten Ausbildnern auf 10m Tiefe abgelegt. Die Tauch-I Anwärter mussten diese dann antauchen und in korrekter Weise aufnehmen. Nach abnehmen der Maske wurde dann gemeinsam auf 5m aufgestiegen, das Atemgerät wieder abgelegt, und entlang einer Sicherungsleine und unter ausblasen der Restluft aus der Lunge wieder an die Oberfläche aufgetaucht.


Einstieg aller eingesetzten Trupps um Übungstauchgang


Positionieren des Atmengerätes durch den Ausbildner


Antauchen des Atemgerätes


Auftauchen ohne Maske auf 5 Meter Tiefe

Video der Übung:

Dim lights
Um Brandunfälle künftig sofort melden zu können wurde durch unseren professionellen Brandschutzanlagentechniker T.Bochdalofsky ein modernes Meldesystem an einer Übungsplattform  installiert.


Montage einer Brandmeldeanlage an der 10 Meter-Plattform

Die Nachmittagstheorie spaltete sich in zwei Teile auf:

In der Tauchphysik-Teil 2 referierte T. Bochdalofsky über die verschiedenen Eigenschaften von Wasser. Neben den Anomalien wurde auch auf die Auswirkungen von Schall, Licht und Temperatur in einer flüssigen Umgebung Bezug genommen.


Tauchphysik Teil 2 - Praktische Versuche

Anschließend wurde durch M. Rauhofer die mathematisch richtige Berechnung des Tauchgangs gelehrt, um den Luftverbrauch eines vorab geplanten Tauchgangs korrekt bestimmen zu können.


Rechnen mit der Tauchtabelle

Diese Berechnung war auch gleichzeitig Grundlage für den am Abend durchgeführten zweiten Nachttauchgang des Lehrgangs.

Donnerstag, 28.10.10

Morgensport um 07:00 (30min. Lauf)

Der Praxisteil am Vormittag war ein Unterwasserparcours, bestehend aus sechs Stationen, der von den Tauch-I Anwärtern als Freitaucher (ohne Atemgerät) in einem Zug abgetaucht werden musste. Die einzelnen Stationen, die in verschiedenen Tiefen positioniert wurden, waren durch je einen Ausbildner besetzt, welcher den Ablauf der einzelnen Tauchstreckenabschnitte überwachen konnte.

Die „Kompressionsphase“ war Thema des ersten Theorieteils der Fachrichtung Tauchmedizin, welche im Anschluss des Tauchgangs durch Sachgebietsleiter T. Fuchs nähergebracht wurde.


Tauchmedizinischer Lehrvortrag durch Sachgebietsleiter T. Fuchs

Die nicht direkt am Unterricht beteiligten Mitglieder betätigten sich in dieser Zeit sportlich und unternahmen einen 9km Berglauf auf den Gipfel des Miesenbergs.


M. Rauhofer und A. Szemeliker auf dem verschneitem Miesenberg

Der Lehrinhalt des Nachmittagstauchgangs war die Rettung eines verunfallten Tauchers, der mit Hilfe von Wechselatmung kontrolliert aus 20 Metern Tiefe geborgen werden musste.


Überwachung der "Unfallstelle" durch das Einsatzboot

Anschließend wurde der zweite Teil der Tauchmedizin mit den Themen „Isopressions- und Dekompressionsphase“ im Lehrsaal durchgenommen.

Passend zur Tauchmedizin referierte danach R. Schmidt über die Grundlagen und den Rechensyntax von Tauchcomputern, sowie die dementsprechende Interpretation der angezeigten Daten.

Freitag, 29.10.10

Morgensport um 07:00 (25min. Lauf)

Der Vormittag begann mit der theoretischen Einweisung in die Handhabung und Anwendungen bei Materialbergungen mittels Hebesäcken. Dies galt als Vorbereitung für die darauf folgende komplexe Praxisübung, bei der ein Autowrack aus 12 Metern Tiefe gehoben werden sollte.


Autowrack in 12 Metern Tiefe

Durch den ersten Trupp musste das Fahrzeug zunächst geortet werden. Mittels einer am Ufer befestigten Sicherungsleine wurde das Wrack gegen ein unkontrolliertes Abrutschen gesichert. Danach wurde mittels Signalboje die Position an die im Einsatzboot wartenden Taucher weiter gegeben.

Der zweite Trupp befestigte die Hebeleinen am Fahrzeug und schlug den ersten Hebesack mit einer Leine an, welche ihn bis knapp unter die Wasseroberfläche stiegen lies.  Nach dem weiteren Anblasen des Sacks wurde das Wrack aus dem Schlamm hochgerissen und blieb einem Meter über dem Grund in schwebender Position stehen.


Tauchtrupp 1 erkundet die Position des Wracks

Der dritte Trupp befestigte zwei weitere Hebesäcke mit einer kurzen Leine am Autowrack um es nach dem Anblasen auf eine Tiefe von sechs Metern anzuheben. In dieser Tiefe war es nun möglich, das Auto problemlos zu transportieren.


Ankunft von Tauchtrupp 2


Anschlagen von Hebesack 2 und 3


Autotransport knapp unter der Oberfläche


Übungsüberwachung durch Ausbildener am Einsatzboot

Nach Beendigung der Übung wurden die Hebesäcke kontrolliert entlüftet und das Übungsobjekt für künftige Übungen wieder am Grund abgelegt.


Entlüften der Hebesäcke

Video der Übung:
Dim lights


Übungs-Nachbesprechung mit allen Teilnehmern

Der Nachmittagstauchgang war eine Rettungsübung, bei der ein verunfallter Taucher aus 10 Metern Tiefe an die Oberfläche gebracht werden musste. Der Rettungstaucher musste das Unfallopfer anschließend alleine ans Ufer schaffen und je nach Symptomen die richtigen weiteren Rettungsschritte (z.B. HLW, O2-Verabreichung,…) unternehmen.


Bergung des verunfallten Tauchers ans Ufer


Prüfung der Vitalfunktionen


HLW-Maßnahmen bis zum Eintreffen weiterer Kräfte

Den Abschluss der praktischen Übungen war der Transport eines Unfallopfers mittels Spineboard, bei denen Hals- oder Wirbelverletzungen nicht auszuschließen sind.


Anlegen der Trage


Bergung an den Steg


Transportbereit verpackt

Nach Beendigung der Aufgaben im Wasser stand für die drei Tauch-I Anwärter noch der schriftliche Test an, in dem der in den letzten vier Tagen erlernte tauchspezifische Lehrinhalt in einer eineinhalbstündigen Arbeit positiv durchgeführt werden musste.


Schriftlicher Test


Die deri neuen Einsatztaucher (mitte) mit ihren Ausbildern:
J. Schöny, M. Rauhofer, R. Geisendorfer , C. Schüller, A. Klikovits, T. Bochdalofsky und T. Fuchs

Neben den Tauch-I Anwärtern stellten sich zwei Mitglieder des Tauchdienstes der Prüfung zur Ausbildungsstufe Tauch-III. Da dies die Vorstufe zum Feuerwehrtauchlehrer ist, mussten die  Anwärter den ganzen Kurs über Lehrtätigkeiten in praktischer Form, als auch mittels bewertenden Lehrauftritten in der theoretischen Tauchausbildung erfolgreich durchführen.


Erfolgreich "Tauch-III" abgeschlossen: M. Ringbauer und R. Fleischhacker

Beim Tauchlager 2010 wurden von den teilnehmenden Einsatztauchern insgesamt 104 Tauchgänge sicher und unfallfrei durchgeführt.
Dabei wurden 117463 Liter Pressluft veratmet und 43:04 Stunden unter Wasser geübt, gelehrt und gearbeitet.

Teilnehmer 2010:

Bez. Oberpullendorf

Sachgebietsleiter T.Fuchs – FF Kalkgruben

Bez . Neusiedl

Rudi Rommer – FF Neusiedl
Thomas Bochdalofsky – FF Podersdorf
Robert Fleischhacker – FF Gols

Bez. Eisenstadt

Thomas Riedl – STF Eisenstadt
Reinhold Schmidt – STF Purbach/BMI
Christopher Schüller – STF Purbach
Andreas Klikovits – FF Siegendorf
Nikolaus Erdt – FF Siegendorf
Andreas Szemeliker – FF Wulkaprodersdorf

Bez. Mattersburg

Markus Rauhofer – FF Schattendorf
Christoph Haring – FF Schattendorf
Franz Lenzinger – STF Mattersburg
Jürgen Schöny – STF Mattersburg
Rene Geisendorfer – FF Forchtenau
Simon Heidenreich – FF Rohrbach

Bez. Oberwart

Gerhard Cserer – FF Rechnitz
Michael Riedler – FF Rechnitz
Markus Ringbauer – FF Buchschachen

Reservestand:

Andreas Huber – STF Mattersburg
Franz Parits – FF Siegendorf

 
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