August 2009 - Personensuche Stausee Ritzing

Jahr 2009

Am Freitag 7. August 2009 wurde der Tauchdienst um 15.45 von der Feuerwehralarmzentrale alarmiert. Am Stausee Ritzing nahe Oberpullendorf im Mittelburgenland ist laut Notruf ein 17 jähriger ungarischer Staatsbürger plötzlich untergegangen.

August 2009 - Personensuche Stausee Ritzing

Am Freitag 7. August 2009 wurde der Tauchdienst um 15.45 von der Feuerwehralarmzentrale alarmiert. Am Stausee Ritzing nahe Oberpullendorf im Mittelburgenland ist laut Notruf ein 17 jähriger ungarischer Staatsbürger plötzlich untergegangen. Leider ist das naturgemäß ein schwieriges Unterfangen, da die Sicht unter Wasser am Badesee Ritzing in Grundnähe max. 10cm beträgt. Der schnelle Rettungsversuch war dadurch nicht möglich. Inzwischen wurden alle anderen Feuerwehrtaucher alarmiert und setzten sich in Bewegung. Viele von ihnen fuhren von der Arbeit direkt zum Einsatzort.

Um 16.20 rückte das Tauchfahrzeug in Richtung Badesee aus. Nachdem um ca. 17.00 das TDF vor Ort war, begann die koordinierte Personensuche.

 

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Eintreffen der Rettungskräfte am Stausee Ritzing auf der Staumauer

 

 

Nach Aussage der Freunde des verunglückten Schwimmers  sprangen sie gemeinsam von einer Plattform aus ins Wasser. Plötzlich soll der Jugendliche, er konnte schwimmen, unter gegangen sein. Seine Freunde konnten ihm nicht mehr helfen. Auch die Versuche des Bademeisters den Jungen zu finden, blieben aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse erfolglos.

 

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Fixpunkt für die Leinensuche

 

 

Mit den Informationen der Exekutive, die uns hervorragend unterstützte, konnten wir rasch die Strategie für die Suche festlegen. Es gab drei Sektoren, mit jeweils 2 Tauchern und einem Leinenführer. Mit Hilfe der „Radial- Suchtechnik“ wurde unter Wasser alles systematisch durchkämmt. In einem vierten Sektor suchten 4 Feuerwehrtaucher ohne Tauchgerät mittels einer Suchkette das seichte Ufer ab.

Es musste auch abgeklärt werden, ob alle Auslässe und Schieber geschlossen sind. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätten die Feuerwehrtaucher ebenfalls in lebensgefährliche Situationen kommen können.

 

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Lageplan der Suchbereiche (Bild – Wasser fast zur Gänze abgelassen zwischen Herbst und Frühling)

 

 

 

Erschwert wurde die Suche durch die kurze Sichtweite von max. 10 cm in Grundnähe sowie den sommerlichen hohen Temperaturen.  Beim Tauchen verliert der Körper durch die trockene Atemluft und den langem Aufenthalt im Wasser (oft bis zu 2-3 Stunden durchgehend) viel Körperflüssigkeit. Um dem vorzubeugen wurden wir vor Ort von der Gemeinde Ritzing mit genügend Essen und Trinken versorgt. Zusätzlich erschwert wurde die Koordination der Einsatzkräfte durch das Funkloch am Badesee.Betroffen waren davon die Exekutive genau so wie wir. Auch das  Telefonieren über mobile Telefone war nur sehr eingeschränkt möglich.

 

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Die 3 Ausgangpunkte, in denen mittels Radialsuche alles durchkämmt wurde

 

Um 20.20, nach Einbruch der Dämmerung konnte der Jugendliche in Sektor 1, nach ca. 45 Meter (max. 50m) Signalleine, nur mehr tot geborgen werden. Er wurde in einer Wassertiefe von ca. 5 m gefunden.

 

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Tauchtrupp IV nach auffinden des toten Jugendlichen bei den Aufräumarbeiten.

 

 

Zahlen, Daten und Fakten

 

Einsatzort: Stausee Ritzing im Mittelburgenland

Alarmierung: 15.45

Einsatzende: 21.00

Fahrzeuge: 4 Mannschaftstrasporter, 1 Tauchfahrzeug

Mannschaftsstärke: 14 Feuerwehrtaucher

 

Insgesamt suchten 14 Feuerwehrtaucher mit ca. 60 Mannstundeneine

Fläche von ca. 7.000 m2 ab. Dies entspricht ungefähr der Rasenfläche des Fußballstadions in Mattersburg.

 
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